Erkrankungen und Befälle

Der Buchsbaum kann von verschiedenen Parasiten angegriffen werden. Es ist aber nicht notwendig, bei jedem Angriff eine Behandlung vorzunehmen. Manche Erkrankungen oder Befälle sind nicht oder wenig bedrohend für die Pflanze. Manche Erkrankungen fordern jedoch eine eingehende Vorgehensweise und werden mit einem Ausrufezeichen gekennzeichnet(!).

Bei jedem Befall oder jeder Erkrankung wird eine Anzahl Beispiele aktiver Stoffe angegeben, von denen bekannt ist, dass sie eine gute Wirkung erzielen. Handelsbezeichnungen werden nicht erwähnt, weil diese pro Land variieren können. Nicht alle Produkte sind in allen Ländern zum Kauf erhältlich oder zugelassen. Diese Zulassungen ändern sich auch regelmäßig. Schlagen Sie daher denn auch die für Sie anwendbaren nationalen Zulassungen nach.

Für Belgien:  www.fytoweb.be

Diese Rubrik wurde laut den in einer professionellen Buchsbaumzüchterei angesammelten Erfahrungen erstellt und wurde mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen ergänzt. Folgende Forschungsinstitute haben ihre Mitarbeit geleistet:

Schädliche Pflanzenkrankheit von Buchsbaum

Buchsbaummotte Cydalima perspectalis (syn. Diaphania perspectalis) !

Hellgrüne Raupen, bis zu 4 cm, mit schwarzem Kopf, die sich mit den Buchsbaumblättern nähren. Dieser ursprünglich asiatischer Schmetterling kann bis zu 4 cm groß werden.

Buchsbaummotte

Schaden: Die Raupen können kurzfristig eine Pflanze völlig kahl fressen. Auf den angegriffenen Pflanzen bleibt ein Gespinst zurück.

Bekämpfung: ! Behandlung mit einem angemessenen Insektizid mit Spinosad, Bacillus thuringiensis, u.Ä.

Cylindrocladium Cylindrocladium buxicola = Calonectria pseudonaviculata !

Der Befall beginnt mit schwarzen Flecken auf dem Blatt. Nach einigen Tagen fallen die angegriffenen Blätter massenweise herunter und entstehen schwarze Streifen auf den jungen Trieben

Cylindrocladium

Cylindrocladium

Schaden: Große, offene Stellen, die dazu führen können, dass die Pflanze völlig abstirbt

Bekämpfung: ! Behandlung mit angemessenen Fungiziden ab Mai. Große Aufmerksamkeit ist vor allem in warmen, feuchten Umständen mit vielem Niederschlag erfordert.

Weitere Informationen: siehe pdf.

Volutella Volutella buxi

Der Befall beginnt mit einer Braunfärbung der Blätter, die anschließend verdorren und zeitweise an der Pflanze hängen bleiben. An der Unterseite der Blätter entstehen hellrosa Schimmelspuren.

Volutella

Volutella

Schaden: Braune, verdorrte Blätter und Triebe verunzieren die Pflanze. Bei einem schweren Angriff kann die Pflanze sterben.

Bekämpfung: ! Behandlung mit angemessenen Fungiziden. Nach dem Schnitt oder nach Frostschaden sollte man sehr aufmerksam sein.

Weitere Informationen: siehe pdf

Kommaschildlaus  Lepidosaphes ulmi !

Dunkelfarbene, braune, kommaförmige Schildlausen (ca. 3mm), die meist in der Mitte der Pflanze auf alten Trieben vorkommen. Bei einem schweren Befall erstreckt diese Erkrankung sich über die ganze Pflanze.

Kommaschildlaus

Kommaschildlaus

Schaden: Die Triebe und Blätter färben gelb infolge des Saugschadens. Bei schwerem Schaden kann die Pflanze absterben.

Bekämpfung: ! Behandlung mit einem angemessenen Insektizid ab Mitte Mai, 14 Tage später wiederholen. Die Pflanzen mit genug Spritzflüssigkeit, bis tief in die Pflanze, behandeln. Z.B. Produkt mit Imidacloprid, Spirotetramat, u.Ä. Möglich ist auch eine Behandlung im Winter mit Mineralölen.

Buchsbaumspinnmilbe Eurytetranychus buxi

Diese kleine Spinnmilbe (0.3mm) verursacht Saugschaden an den Blättern.

Buchsbaumspinnmilbe

Buchsbaumspinnmilbe

Schaden: kleine, silberfarbene Streifen und Pünktchen auf den Blättern, meist auf dem alten Blatt und gut sichtbar innerhalb der Pflanze.

Bekämpfung: ! Behandlung mit einem angemessenen Acaricide (Spinnmilbenmittel) ab Mai. Sprühen bei warmem Wetter. Z.B. Produkt mit dem aktiven Stoff Tebufenpyrad, Bifenazat, u.Ä.

Weniger schädliche Krankheit von Buchsbaum

Buchsbaumblattfloh Psylla buxi 

3 bis 5mm große Insekten, von denen die Larven, die bedeckt sind mit einer weißen, wachsähnlichen Schicht, die jungen Triebe anstecken und leer saugen.

Buchsbaumblattfloh

Schaden: löffelförmige, gekräuselte Spitzentriebe.

Bekämpfung: Beginn April mit einem angemessenen Insektizid, nur, wenn Blattflöhe vorkommen. Zum Beispiel ein Produkt mit dem aktiven Stoff Imidaclopride, Spirodiclofen, u. Ä. Wenn die Pflanzen im Herbst geschnitten werden, wird ein Teil des Befalls auf eine natürliche Weise entfernt.

Triebspitzengallmilbe Aceria unguiculata

Sehr kleine Gallmilben (0.1mm), die sich mit dem Pflanzensaft aus den Spitzentrieben nähren.

Triebspitzengallmilbe

Schaden: kleine, deformierte Blätter in den Endtrieben, die meistens gedrängt wachsen.

Bekämpfung: Behandlung mit einem angemessenen Acaricide (Spinnmilbenmittel), wenn der Befall vorkommt. Sprühen bei warmem Wetter. Wenn die Pflanzen geschnitten werden, werden die Endtriebe mit Befall auch entsorgt. Z.B. Produkt mit Tebufenpyrad.

Buchsbaumgallmücke Monarthropalpus buxi

Wurmähnliche Larve (ca. 3 mm), die im Blatt eine Schwellung verursacht. Die erwachsenen Insekten sind kurz lebende, rötlich gefärbte 2-3 mm große Mücken.

Buchsbaumgallmücke

Buchsbaumgallmücke

Schaden: Gelb bis rot gefärbte Blätter mit blasenförmigen Gallen

Bekämpfung: Behandlung mit einem angemessenen Insektizid ab Mai. Z.B. Produkt mit Spirotetramat, u.Ä.

Buchsbaumrost Puccinia buxi

Kleine, dunkelfarbene Spurenhäufchen, meist an der Unterseite des Blattes. Kommt vor allem in schattenreichen, wilden Buchsbaumanpflanzungen vor. Selten in Gärten.

Buchsbaumrost

Buchsbaumrost

Schaden: braune Spurenhäufchen verunzieren das Blatt

Bekämpfung: Behandlung, falls notwendig, mit einem angemessenen Fungizid mit Tetraconazol, Tebucanozool+Trifloxystrobine

Pythium sp. Pythium

Wurzelerkrankung, die meist nach einem Problem mit dem Wasserhaushalt vorkommt, z.B. auf zu nassen Grundstücken oder bei der Zucht im Topf. Die Pflanze stirbt völlig oder teilweise ab und vertrocknet.

Schaden: abgestorbene, vertrocknete Triebe oder Pflanzen

Bekämpfung: Behandlung (angießen) mit angemessenem Bodenfungizid mit Propamocarp, Dimethomorph, u.Ä.

Phytophthora sp. Phytophthora

Wurzelerkrankung, die meist nach einem Problem mit dem Wasserhaushalt vorkommt, z.B. auf zu nassen Grundstücken oder bei der Zucht im Topf. Die Pflanze stirbt völlig oder teilweise ab und vertrocknet.

Schaden: abgestorbene, vertrocknete Triebe oder Pflanzen

Bekämpfung: Behandlung (angießen) mit angemessenem Bodenfungizid mit Fosethyl, Fenamidone+Fosethyl, u.Ä.

Chalara Chalara elegans/Thielaviopsis basicola

Wurzelerkrankung, die meistens bei der Zucht in Töpfen vorkommt, wahrscheinlich infolge eines gestörten Wasserhaushalts.

Schaden: Abgestorbene Wurzeln, meist mit befallenen schwarzen Zwischenstücken. Die Pflanzen schwächen ab und das Wachstum wird beendet.

Bekämpfung: Behandlung mit einem angemessenen Fungizid auf Thiophanatmethylbasis, u.Ä.